🌊 Zwischen Kälte, Chaos und Timing – Windsurf Shooting in Kiel
Ein kalter Tag in Kiel.
Wind, grauer Himmel, kalte Finger.
Und genau die richtigen Bedingungen für ein Windsurf-Shooting.
Zusammen mit Sebastian Gux bin ich losgezogen, mit dem Ziel, nicht nur Bilder zu machen – sondern eine komplette Session festzuhalten. Fotos und ein Reel, das die Energie des Tages transportiert.
Zwei Köpfe, viele Ideen – aber kein fester Plan
Sebastian hatte eine klare Vorstellung:
Ein Reel aus Bildern, das ihn in verschiedenen Stadien zeigt:
komplett eingepackt mit Mütze und Kapuze
nur Mütze
ohne Mütze
Neo ohne Haube
Neo mit Haube
Zusätzlich wollte er ein Bild von sich auf dem Wasser – mit Leuchtturm im Hintergrund.
Ich hatte andere Bilder im Kopf:
eine Silhouette mit Baum und Windsurfer
ein Actionshot mit Teleobjektiv
ein Trick-Moment inspiriert von einem Skifahrer, der in der Luft die Hacken zusammenschlägt
Viele Ideen.
Aber kein klarer Ablauf.
Vorbereitung: Kommunikation ist alles
Gerade bei solchen Shootings entscheidet die Vorbereitung darüber, ob du am Ende Bilder hast – oder nur verpasste Chancen.
Wir haben vorher geklärt:
welcher Spot bei welcher Windrichtung funktioniert
wo die Portraits entstehen
wo Sebastian ins Wasser geht
welche Lines er fahren soll
Warum das so wichtig ist:
Sobald der Fahrer auf dem Wasser ist, wird Kommunikation zum Problem.
Ohne klare Absprachen verlierst du Shots. Punkt.
Das eigentliche Problem: Kälte killt Fokus
Das größte Problem war nicht der Wind.
Nicht die Technik.
Nicht das Licht.
Es war die Kälte.
Konzentration leidet
Finger werden taub
du denkst langsamer
und verlierst deine Ideen schneller aus dem Kopf
Ich bin kein Fan von Handschuhen – aber genau das hat mich hier limitiert.
Ich musste ständig pausieren, um meine Hände aufzuwärmen.
Silhouette: Die Idee war gut – die Umsetzung ein Kampf
Meine Silhouetten-Idee hat sich als deutlich komplizierter herausgestellt als gedacht.
Ich musste:
Baum, Fahrer und Hintergrund perfekt ausrichten
mich ständig neu positionieren
das Timing für den Sprung treffen
Das Ganze wurde zu einem echten Positionskampf.
Und genau hier zeigt sich, was viele unterschätzen:
Gute Bilder entstehen nicht nur durch Ideen – sondern durch Bewegung, Timing und Geduld.
Der Leuchtturm-Shot, der eigentlich nicht möglich war
Ein weiteres Ziel:
Sebastian + Windsurfen + Leuchtturm in einem Bild.
Problem:
Der Winkel hat einfach nicht gepasst.
Ich habe lange versucht, eine Lösung zu finden – am Ende ging es nur über einen Weitwinkel und einen sehr spezifischen Ausschnitt.
Das Ergebnis:
Nicht perfekt. Aber funktional.
Die ehrliche Wahrheit:
Der Shot wäre vom Wasser aus deutlich besser geworden.
Ich habe es nicht gemacht. Zu kalt.
Und genau das ist ein Punkt, der mich im Nachhinein ärgert.
Spotwechsel = Gamechanger
Wir haben dann den Spot leicht verändert:
Sebastian ist Downwind gefahren, ich mit dem Auto hinterher.
Und plötzlich hat alles besser funktioniert:
diesiger, aber farbiger Himmel
kleine Wälder und Bäume für Tiefe
mehr Möglichkeiten in der Bildgestaltung
Manchmal ist der beste Move nicht, härter zu arbeiten – sondern einfach den Spot zu wechseln.
Nachbearbeitung: roh lassen statt übertreiben
Die Bearbeitung war bewusst simpel:
natürliche Farben
leichte Anpassungen bei Kontrast und Belichtung
punktuell Schwarz-Weiß
Das Reel habe ich in DaVinci geschnitten – bewusst etwas rough, etwas ruppiger.
Genau wie der Tag selbst.
Und genau deshalb funktioniert es.
Was ich beim nächsten Mal anders mache
Ganz klar:
Handschuhe mitnehmen
Früher entscheiden, Perspektiven zu wechseln
Und vor allem: mit ins Wasser gehen
Ich ärgere mich fast ein bisschen, dass ich das nicht gemacht habe.
Denn genau dort wären die stärksten Bilder entstanden.
Fazit: Gute Ergebnisse – aber noch mehr Potenzial
Das Shooting war stark:
viel Action
gute Ergebnisse
Content, der performt
Aber es zeigt auch klar:
Die besten Shots liegen oft genau da, wo es unbequem wird.